Hilfe für Menschen in Notlagen macht Dienst einzigartig
"Der Dienst am Nächsten macht mir großen Spaß. Ich bin froh, wenn ich Menschen in Notlagen helfen kann." Für Ralf Wiedau hat die ehrenamtliche Arbeit in der Beckumer Feuerwehr auch nach 23 Jahren noch nicht an Reiz verloren. Der 41-jährige Beckumer hat auch nach mehr als zwei Jahrzehnten Freude daran, mit den anderen Kameraden gemeinsam Dienst zu leisten. "Auch der Umgang mit der modernen Technik zieht mich immer wieder in den Bann", schwärmt er im Gespräch mit der "Glocke" von den Möglichkeiten in einer freiwilligen Feuerwehr.Mitglied werden in der heimischen Feuerwehr, das war für Ralf Wiedau eigentlich nie eine Frage. Vater Paul ist seit Jahrzehnten dabei, und das hat die ganze Familie Wiedau geprägt. So führt auch den damals 19-jährigen Ralf der Weg im Jahr 1987 in die Wehr, nachdem er 1986 seine Lehre in der Beckumer Firma Heinrich Kriener angetreten hat. Der gelernte Gas- und Wasserinstallateur und Heizungsbauer ist zwar heute nicht mehr in diesem Handwerk tätig, er ist als Hausmeister beim Finanzamt Beckum beschäftigt, seiner Feuerwehr jedoch ist er treu geblieben.
Langeweile hat ihm diese anspruchsvolle ehrenamtliche Tätigkeit in 23 Jahren nie gebracht. "Bei den anstehenden Ausbildungen und Lehrgängen habe ich immer neue Arbeitsbereiche kennengelernt", berichtet Wiedau auch von neuen Aufgaben und Verantwortungen, die er im Laufe der Zeit übernehmen durfte. Der Weg bis zu seinem heutigen Dienstgrad, er ist Oberbrandmeister und seit 2011Gruppenführer der zweiten Gruppe im ersten Löschzug, ist lang und gespickt mit umfangreichen theoretischen und praktischen Ausbildungsinhalten.
Vier Monate hat allein der Grundlehrgang gedauert, um Feuerwehrmann werden und Einsätze mitfahren zu dürfen. Maschinisten-, Atemschutz- und Sprechfunkerlehrgang, jeweils an drei Wochenenden zu absolvieren, sowie eine 60-stündige Ausbildung zum Sanitäter folgen und sind die Voraussetzung, an dem aufbauenden Truppführer-Lehrgang teilzunehmen, der an drei Wochenenden stattfindet und mit der Beförderung zum Unterbrandmeister belohnt wird.
Es folgen weitere Ausbildungen an der damaligen Landesfeuerwehrschule in Münster, dem heutigen Institut der Feuerwehr in NRW. Technische Hilfe, Drehleiter-Maschinist, Gefährliche Stoffe und Güter - das sind weitere Lehrgänge, die den Feuerwehr-Nachwuchs fordern.
Ralf Wiedau übernimmt vor 15 Jahren beim Leistungswettkampf die Führung einer Leistungsgruppe. Damit ist sein weiterer Weg in der Wehr vorprogrammiert. Drei Wochen verbringt er an der Landesfeuerwehrschule, um den Gruppenführer-Lehrgang zu absolvieren. Es folgt die Beförderung zum Brandmeister. 2005 übernimmt er stellvertretend die Führung der zweiten Gruppe im ersten Löschzug, 2007 wird er zum Oberbrandmeister befördert und ist seit 2011 Gruppenführer der 2. Gruppe im Löschzug I. Nächster Schritt wäre die Beförderung zum Hauptbrandmeister.
Seit 23 Jahren in der Wehr aktiv
In den 23 Jahren hat Ralf Wiedau zahlreiche Einsätze miterlebt. "Davon bleiben einige immer im Gedächtnis", blickt er zum Beispiel auf schwere Verkehrsunfälle mit eingeklemmten Schwerverletzten zurück. Auch die erste Brandbekämpfung als junger Feuerwehrmann im Jahr 1989 bei einem Feuer auf einem Bauernhof in Dünninghausen hat der 41-Jährige nicht vergessen.
Heute ist die Ausbildung in der Startphase der Feuerwehrlaufbahn etwas anders organisiert. Die Nachwuchskräfte absolvieren einen Grundlehrgang, der 194 Stunden beinhaltet und über etwa ein Jahr läuft. In dieser Ausbildung sind bereits die verbindlichen Atemschutz- und Sprechfunker-Lehrgänge enthalten.
Der Truppführer-Lehrgang ist auf drei Wochenenden konzentriert. Die Lehrgänge Gruppenführer (zwei Wochen) und Zugführer (drei Wochen) finden am Institut der Feuerwehr in NRW in Münster statt.
Ausbildungsinhalte sind aber auch heute noch unter anderem der Umgang mit dem technischen Gerät, das bei der Feuerwehr immer auf dem neuesten Stand ist. Hier wird zum Beispiel nach Unfällen mit dem hydraulichen Rettungsgerät gearbeitet. Für die Brandbekämpfung lernen die Kameraden die verschiedenen Löschwirkungen und Löschmittel kennen. Und dass alle Geräte von der Wasserpumpe bis zur großen Drehleiter bei der Ausbildung ihren festen Platz haben, das ist selbstverständlich.
Vielen Dank an W. Krogmeier / die Glocke für das Bild und den Bericht!
