Gleichberechtigung: Frauen stehen im Einsatz ihren Mann
Die Feuerwehr ist eine Männerdomäne! Dieser in früheren Zeiten sicherlich richtigen Aussage muss man heute vehement widersprechen. Auch in den Feuerwehren haben Frauen heute ihren ganz festen Platz. Sie leisten gemeinsam mit ihren männlichen Kameraden Dienst für den Nächsten, ihre Arbeit wird anerkannt. In den Wehren des Kreises Warendorf engagieren sich zurzeit 64 Frauen.
Mit Christine Steffens und Karin Schmalenstroth gehören zwei von diesen Kameradinnen der Feuerwehr Beckum an. "Wir fühlen uns hier völlig gleichberechtigt, als Frau hat man in der Wehr keine Probleme", so lautet die übereinstimmende Aussage der beiden Feuerwehrfrauen, die mit großem Engagement an ihre vielseitigen Aufgaben herangehen.
Was ist für die beiden jungen Damen das Wichtigste an ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit? Auch hier sind sie sich zu 100 Prozent einig. "Dass man Menschen helfen kann", bringt es Christine Steffens auf den Punkt. "Wir werden wie jeder andere Kamerad behandelt und eingesetzt, da gibt es keine Unterschiede zwischen Mann und Frau", ergänzt Karin Schmalenstroth. Beide bedauern etwas, dass es zwei weitere ehemalige Kameradinnen bedingt durch einen Umzug zwischenzeitlich in anderen Feuerwehren ihren Einsatz leisten.
"Wir können die Arbeit in der Wehr nur allen Frauen empfehlen", blicken die beiden Kameradinnen auf ihre Erfahrungen in der Feuerwehr zurück. Und diese Arbeit ist vielseitig. Ob die Bekämpfung des Feuers bei Großbränden oder der Einsatz nach Verkehrsunfällen, die Aufgaben sind interessant und sehr vielseitig. Zudem kann man auch persönlich sehr viel bei den Einsätzen lernen.
Die beiden Beckumer Feuerwehrfrauen haben bei Einsätzen im Ernstfall natürlich schon erste Erfahrungen gesammelt - und Vorlieben erkannt. "Die Arbeit mit Rettungsschere und -spreizer macht mir besonders viel Spaß", stellt Christine Steffens mit Blick auf diese hydraulischen Rettungsgeräte fest, wobei sie auch an Löscheinsätzen und Übungen Freude hat. "Mir macht alles Spaß, ich habe schon alle Arbeiten ausprobiert", ist Karin Schmalenstroth zufrieden mit ihrer Tätigkeit in der Feuerwehr.
Beim Grundlehrgang Freund kennengelernt
Wie kommt man als Frau in die Feuerwehr? Auf diese Frage haben Christine Steffens und Karin Schmalenstroth eine klare Antwort: Beide sind familiär vorbelastet, Feuerwehr hat Familientradition.
Großonkel Milon Steffens, Onkel Paul und Vater Heinz Steffens lassen Christine schon als Kind die Arbeit in der Wehr miterleben. Auf Karins Seite gehört Bruder Andre der Feuerwehr in Vellern an und hat ihr Interesse zu diesem Einsatz für die Dorfgemeinschaft geweckt.
Einige Einsätze sind den beiden Feuerwehrfrauen noch gut in Erinnerung. Beim Großbrand auf dem Tigge vor einigen Monaten waren beide vor Ort. Und Christine Steffens blickt auch heute noch auf ihren ersten Großeinsatz zurück, als es in einem Haus an der Thüerstraße in Beckum zu einer Explosion gekommen war. "Man denkt nach solchen schlimmen Erlebnissen bei Unfällen auch später darüber nach", macht Christine Steffens deutlich, "doch das verkraftet man gut, und bei Bedarf kann man mit den Kameraden darüber reden. Auch Notfallseelsorger Friedrich Vogelpohl steht immer hilfreich zur Verfügung."
Christine Steffens ist 27 Jahre jung und ledig. Die Studentin für das Lehramt mit den Fächern Biologie und Chemie wohnt in Beckum. Seit dem Jahr 2000 ist sie in der Feuerwehr im Löschzug Beckum II aktiv. Die Oberfeuerwehrfrau hat neben dem Grundlehrgang auch bereits den Sprechfunker-, Maschinistenund Atemschutzgeräteträger-Lehrgang mit Erfolg absolviert.
Verständnis in ihrer Partnerschaft für den Dienst ist vorhanden, auch ihr Freund Bernd Temming ist in der Feuerwehr aktiv.
Karin Schmalenstroth ist 22 Jahre jung und ledig. Sie wohnt in Vellern und absolviert zurzeit eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Ende 2005 trat die Feuerwehrfrau in den Löschzug Vellern ein, wo sie den Grundlehrgang besuchte. Und gerade diesen absolvierten Grundlehrgang hat die 22-Jährige noch sehr gut in Erinnerung. Dort lernte sie ihren Freund Thomas Vogel kennen und lieben, der im Löschzug Diestedde der Wadersloher Feuerwehr tätig ist und mit ihr gemeinsam den Lehrgang besuchte.
Vielen Dank an W. Krogmeier / "Die Glocke" für den Bericht und das Bild
