Die Zahnrädchen greifen lassen
Feueralarm! Die Männer des Löschzugs Neubeckum der Beckumer Feuerwehr rücken aus, um Hilfe zu bringen, um Menschenleben und Sachwerte zu retten. Ein oft geübter Szenario läuft routiniert ab. Da müssen alle Einsatzkräfte am richtigen Ort sein. Da muss jeder Handgriff sitzen. Da ist es lebenswichtig, dass jeder Einzelne seine Aufgaben mit Sachverstand und Fingerspitzengefühl erfüllt und sein erworbenes Fachwissen in die Waagschale wirft.Damit die vielen Zahnrädchen richtig ineinander greifen und am Ende des Einsatzes der erwartete und ganz besonders bei Menschenrettungen notwendige Erfolg steht, dreht der Zugführer an diesen verschiedenen Rädchen, koodiniert mit klaren Anweisungen die Arbeit der Feuerwehrkameraden. Im Löschzug Neubeckum zeichnet dafür Jürgen Wrobbel verantwortlich.
Für 36 aktive Feuerwehrkameraden trägt Jürgen Wrobbel die Verantwortung. Fünf Fahrzeuge sind im Gerätehaus an der Spiekersstraße in Neubeckum stationiert, mit denen der Löschzug zu Einsätzen vor allem in Neubeckum und den umliegenden Bauerschaften ausrückt.
"Meine Aufgabe hier ist es, die Aktivitäten des Zuges zu leiten", beschreibt Jürgen Wrobbel im Gespräch mit der "Glocke" seinen Verantwortungsbereich. Ausbildung und Dienstabende gilt es zu organisiergen, die Kameradschaft zu pflegen. Über all diesen Tätigkeiten steht natürlich der Einsatz nach Alarmierungen. "Als Zugführer muss ich diese Einsätze planen und koordinieren, die anfallenden Aufgaben an meine Gruppenführer weitergeben, die wiederum die Mannschaft im Ernstfall führen. "Hier kann er sich auf seine beiden Gruppenführer Uwe Kondziella mit Stellvertreter Fred Schirrmeister sowie auf Ulrich Jasper mit Stellvertreter Christian Brockbals verlassen. Bei Großeinsätzen, in die aufgrund der Schadenslage mehrere Löschzüge eingebunden sind, stellt Jürgen Wrobbel die Verbindung seiner Männer zum Gesamteinsatzleiter sicher.
Dank an Arbeitgeber für die Freistellung bei Einsätzen
Seit 1986, also seit über 23 Jahren, leistet er seinen Dienst im Löschzug Neubeckum der Beckumer Feuerwehr. Der heute 49-jährige Jürgen Wrobbel war schon 26 Jahre alt, als er den Weg in die Wehr nach Bundeswehrzeit und Ausbildung gefunden hat. "Das zeigt, dass sich der Eintritt in die Feuerwehr auch in diesem Alter noch lohnt", blickt der Zugführer heute zufrieden zurück.
Nach diversen Aus- und Fortbildungen in der Wehr war Wrobbel zunächst als Gruppenführer tätig, ehe er sich dazu entschloss in die Zugführung einzusteigen. Sieben Jahre als Stellvertreter von Norbert Stoffer zwischen 1999 und 2006 folgte schließlich am 25. Oktober 2006 die Ernennung zum "ersten Mann" des Neubeckumer Löschzugs. Davor aber stand der Zugführer-Lehrgang am Institut der Feuerwehr NRW in Münster über zwei Wochen, der ihm die Berechtigung, den Löschzug zu führen und die anschließende Beförderung zum Hauptbrandmeister, dem heutigen Brandinspektor, brachte.
Es folgte ein weiterer zweiwöchiger Lehrgang in Münster, der zum Führen von Verbänden, also von mehreren Zügen, berechtigt.
Die Aufgaben, die Jürgen Wrobbel heute in der Feuerwehr zu erfüllen hat, sind natürlich sehr zeitintensiv. "Das funktioniert nur, wenn der Arbeitgeber mitspielt", weiß er aus eigener Erfahrung, "die Freigabe von der Arbeit ist nicht selbstverständlich, dafür gilt den Firmen unserer ausdrücklicher Dank."
Bei seinem Arbeitgeber, Jürgen Wrobbel ist als Werkzeugmacher und Schlosser bei der Firma Balcke-Dürr GmbH in Neubeckum beschäftigt, hat man ein offenes Ohr für die Aufgaben der Wehr: "Das funktioniert völlig problemlos, für dieses Verständnis kann man nur danken.
"Unterstützung bekommt der Neubeckumer Löschzug auch von der Firma Polysius. "Wir hatten Probleme, während der Tagesstunden die nötigen Einsatzstärken zu erreichen", blickt Jürgen Wrobbel auf die in anderen Städten berufstätigen Kameraden. Sieben Polysius-Mitarbeiter, die in anderen Orten wie Ahlen oder Unna in der Feuerwehr sind, werden jetzt von Polysius freigestellt, um während ihrer Arbeitszeit mit zu Einsätzen auszurücken. "Das hilft uns gewaltig, dafür können wir der Firma nur Danke sagen. "Dass auch seine Frau Gabriele und die beiden heute 18 und 22 Jahre alten Kinder die Feuerwehr-Aktivitäten des Ehemanns und Vaters immer unterstützt haben, ist ebenso wichtig.
"Nachwuchs-Förderung, das ist unsere große Aufgabe", blickt Jürgen Wrobbel in die Zukunft der Feuerwehr und seiner "jungen Truppe" in Neubeckum. 45 Einsatzkräfte in seinem Löschzug, das wäre schon wichtig, hofft er auf viele Nachwuchskräfte.
Vielen Dank an W. Krogmeier / die Glocke für das Bild und den Bericht!
