Interview mit dem Leiter der Wehr
Die Feuerwehr Beckum sorgt in der Püttstadt für die Sicherheit der Bürger und ist ein zuverlässiger Helfer in Gefahrensituationen. Mit Marcus Scheele, dem Leiter der Feuerwehr, führte die "Glocke" jetzt ein Interview über Arbeit und Zukunft der Wehr.
"Die Glocke": Welche Bedeutung hat die Nachwuchswerbung aktuell für die Feuerwehr? In welchen Bereichen wird zusätzliches Personal benötigt?
Scheele: Aktuell stehen wir in der Planung unseres nächsten Grundlehrganges. Wir suchen deshalb junge Männer und Frauen, die sich in der Feuerwehr engagieren möchten und unser Team verstärken wollen. Nach den Sommerferien soll die Ausbildung starten, deshalb ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, als Feuerwehrmannanwärter zu uns zu kommen.
"Die Glocke": Welches Spektrum an Ausbildungsmöglichkeiten kann die Feuerwehr anbieten? Ist damit auch außerhalb des Dienstes etwas anzufangen?
Scheele: Im Grundlehrgang vermitteln wir die Grundtätigkeiten für die Brandbekämpfung und für die technische Hilfeleistung. Es schließt sich der Sprechfunkerlehrgang an. Wenn der Atemschutzlehrgang absolviert ist, haben wir neue Kameraden, die für Sie durchs Feuer gehen. Weil die Einsätze der Feuerwehr sehr vielfältig sind, ist die Ausbildung hieran angepasst und entsprechend interessant. Eine Herausforderung für den Grundlehrgang ist immer die Übung zur Befreiung von eingeklemmten Personen aus ihrem Pkw. Neueste technische Gerätschaften kommen zum Einsatz, und der richtige Umgang damit wird gelehrt. Der Feuerwehrmannanwärter bekommt in seiner Ausbildung ein breites Wissen, nicht zuletzt die Erste-Hilfe-Ausbildung kann Leben retten - auch in der Freizeit. Wir bieten in Folge weitere Lehrgänge an, um die Kameraden fortzubilden.
"Die Glocke": Wie sieht eine klassische Karriere bei der Freiwilligen Feuerwehr aus?
Scheele: Zu Beginn ihrer Laufbahn gehören die jungen Kameraden im Einsatz einem Trupp an. Zu zweit oder zu dritt erledigen sie Aufgaben nach Weisung. Nach weiterer Qualifikation werden sie Truppführer. Als solcher tragen sie Verantwortung für den Trupp. Sie können abschätzen, was im Einsatz machbar ist und wie es durchzuführen ist. Für einige findet die nächste Qualifikation am Institut der Feuerwehr in Münster statt. Die Truppführer lernen nun eine Gruppe, und die besteht aus drei Trupps, selbstständig zu führen. Sind mehrere Gruppen im gleichen Einsatz, ist die Zugführerqualifikation gefragt. Für wenige geht es auch hier wieder zum Institut der Feuerwehr nach Münster. Wer es so weit geschafft hat, ist nur noch zwei Lehrgänge entfernt, um eine Feuerwehr zu führen.
"Die Glocke": Welchen Stellenwert hat neben dem aktiven Dienst der kameradschaftliche Umgang miteinander?
Scheele: Kameradschaft ist außerordentlich wichtig. Im Einsatz muss ich mich 100-prozentig auf die Mitglieder meines Trupps verlassen können. Stellen sie sich vor, wie es ist, wenn sie zu einem Wohnungsbrand gerufen werden. Sie gehen in ein Gebäude, das sie nicht kennen. Es ist alles verraucht und sie können sich nur durch Tasten fortbewegen. Wenn Ihnen jetzt etwas passiert, sind sie auf den anderen angewiesen. Vertrauen in diese Person, aber auch in die Ausbildung und das Wissen, schaffen sie nur durch kameradschaftlichem Umgang miteinander.
"Die Glocke": Finden auch Mädchen und Frauen ihren Platz in Ihren Reihen. Wie sieht das Kräfteverhältnis zwischen den Geschlechtern zurzeit aus?
Scheele: Selbstverständlich versuchen wir, Frauen und Männer gleichermaßen für den Dienst zu gewinnen. Es ist aber immer noch so, dass Frauen sehr stark unterrepräsentiert in der Feuerwehr Beckum sind. In jedem Löschzug ist durchschnittlich nur eine Frau vertreten.
"Die Glocke": Wenn sie junge Leute zu überzeugen hätten: Welche drei Gründe sprechen dafür, sich in den Dienst der Feuerwehr zu stelllen?
Scheele: Wir bieten eine gute und abwechslungsreiche Ausbildung an, die richtig Spaß macht. Wir haben ein tolles Team mit tollen Menschen und bieten diese Kameradschaft an. Nicht zuletzt bleibt nach einem Einsatz das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben.